Gesundheitliche Vorausplanung (GVP) stärkt die Selbstbestimmung in medizinischen Fragen, insbesondere im Hinblick auf Situationen der Urteilsunfähigkeit. Gesundheitlich vorausplanen soll für alle, die das möchten, möglich sein. Eine von der SAMW und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) geleitete nationale Arbeitsgruppe verfolgt das Ziel, GVP in der Schweiz weiter zu etablieren und im Alltag zu verankern.
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Bei der Gesundheitlichen Vorausplanung (GVP) geht es darum, die eigenen Werte und Vorstellungen in Bezug auf die Behandlung und Betreuung bei Krankheit, Unfall oder Pflegebedürftigkeit zu reflektieren und, für den Fall der Urteilsunfähigkeit, für Drittpersonen festzuhalten, etwa mittels Patientenverfügung. Gesundheitlich vorausplanen fördert die Selbstbestimmung und schafft Sicherheit – unabhängig von Alter und Gesundheitssituation. Sie soll für alle, die sich damit befassen möchten, zugänglich und verständlich sein.
2020 hat der Bundesrat das BAG und die SAMW beauftragt, eine ständige Arbeitsgruppe «Gesundheitliche Vorausplanung» (AG GVP) einzusetzen. Die Überlegungen hinter diesem Beschluss und den politischen Auftrag finden Sie unter Grundlagen AG GVP.
Roadmap mit 12 Empfehlungen
Die AG GVP ist interprofessionell und interdisziplinär zusammengesetzt (vgl. unten) und seit 2021 aktiv. Als ersten Meilenstein hat sie im März 2023 die «Roadmap für die Umsetzung der Gesundheitlichen Vorausplanung» veröffentlicht. Darin sind 12 Empfehlungen formuliert, die dazu beitragen, dass GVP im (medizinischen) Alltag stärker verbreitet und verankert wird.
Die 12 Empfehlungen werden in Teilprojekten vertieft und schrittweise umgesetzt. Die AG GVP begleitet diese Arbeiten beratend. Folgende Teilprojekte wurden bereits umgesetzt oder sind in Arbeit:
GVP in Alters- und Pflegeheimen
Praktische Hilfsmittel vom BAG: Patientenwillen stärken
Zu folgenden Themen werden demnächst neue Inhalte aufgeschaltet:
- Als Fachperson GVP fördern
- GVP in der psychiatrischen Versorgung
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Zusammensetzung der Arbeitsgruppe
Prof. Dr. med. Miodrag Filipovic, SGI, Intensivmedizin, Präsident
Prof. Dr. med. Monica Escher, palliative.ch, Palliativmedizin, Vizepräsidentin
Franziska Adam, Gerontologin MAS, Spitex Schweiz, Ambulante Pflege und Unterstützung
lic. rer. soc. Stefan Berger, H+, Stationäre Gesundheitsversorgung
Dr. med. Gabriela Bieri-Brüning, SFGG, Geriatrie und Stationäre Langzeitpflege
Piero Catani, Dipl. SA FH, SAGES, Soziale Arbeit
Prof. Dr. phil. Christine Clavien, Delegierte Netzwerk Romandie, Ethik
Dominique Elmer, dipl. Pflegefachfrau HF, LangzeitSchweiz, Langzeitpflege und Betreuung
Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller, palliative.ch, Palliativmedizin
Jacline Ferahyan, Pro Senectute Schweiz, Sozialberatung
lic. iur. Debora Gianinazzi, Bundesamt für Justiz, Recht
Dr. pharm. Salome von Greyerz, MAE, NDS MiG, BAG
Samuel Häberli, SRK, Sozialberatung
Prof. em. Dr. med. Dr. phil. Paul Hoff, Zentrale Ethikkommission, SAMW, Ethik und Psychiatrie
Isabelle Karzig-Roduner, RN, MAE, MScN, ACP-Swiss, Advance Care Planning
Prof. Dr. med. Dagmar Keller, SGNOR, Notfallmedizin
Dr. med. Philippe Luchsinger, mfe, Hausarztmedizin
lic. rer. soc. Silvia Marti Lavanchy, GDK
Paola Massarotto, MScN, SGI, Intensivpflege
Prof. Dr. med. Egemen Savaskan, SGAP, Alterspsychiatrie und -psychotherapie
Dr. phil. Reka Schweighoffer, CURAVIVA, Langzeitpflege und Betreuung
Dr. med. Jana Siroka, FMH, Innere Medizin und Intensivmedizin
Prof. FH, lic. iur., dipl. SA, Diana Wider, KOKES
lic. theol., Dipl.-Biol. Sibylle Ackermann, SAMW (ex officio)
Dr. sc. med. Manya Hendriks, SAMW (ex officio)
lic. phil. I Flurina Näf, BAG (ex officio)
Dr. sc. med. Milenko Rakic, BAG (ex officio)
lic. phil. I Lea von Wartburg, BAG (ex officio)