Zukunft Medizin Schweiz (2001–2011)

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Das Projekt «Zukunft Medizin Schweiz» war in den Jahren 2001 bis 2011 eines der Schlüsselthemen der SAMW. Die in verschiedenen Kreisen angestellten Überlegungen mündeten in zahlreiche Veröffentlichungen und die Durchführung diverserer Veranstaltungen. Einer der wichtigsten Meilensteine des Projekts war das Positionspapier «Ziele und Aufgaben der Medizin zu Beginn des 21. Jahrhunderts».

Die primäre Aufgabe der medizinischen Tätigkeit bestand in praktisch allen Kulturen und Epochen darin, Kranke zu begleiten, Verletzungen zu pflegen und Leiden rituell zu verarbeiten. Vor diesem Hintergrund ist die medizinische Wissenschaft eine neue «Erfindung», die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders deutlich in Erscheinung trat, die Möglichkeiten der Medizin jedoch erst ab den 1950er-Jahren grundlegend veränderte. Diese Umwälzungen stellten die gesamte medizinische Praxis in Frage und machten eine Neuformulierung ihrer Definitionen, Rahmenbedingungen und Ziele notwendig. Vor diesem Hintergrund hat die SAMW das Projekt «Zukunft Medizin Schweiz» ins Leben gerufen.

 

In einer ersten Projektphase nahmen zahlreiche Fachleute aus Medizin, Wirtschaft, Ethik und Politik Stellung zum Ist-​Zustand der Medizin, bezeichneten Problembereiche und skizzierten Lösungsvorschläge. Parallel dazu führte das GfS-​Forschungsinstitut in Bern im Auftrag der SAMW eine Bevölkerungsbefragung zum Thema «Erwartungen an die Medizin» durch.

 

Ziele und Aufgaben der Medizin im 21. Jahrhundert

In einer zweiten Phase erarbeitete eine Gruppe von Expertinnen und Experten der SAMW, der FMH und der fünf medizinischen Fakultäten 2004 einen Bericht mit dem Titel «Ziele und Aufgaben der Medizin zu Beginn des 21.Jahrhunderts». Dieser bietet einen Überblick über die Spannungsfelder in der modernen Medizin und spricht die Erwartungen der Bevölkerung, die Einstellung gegenüber der Technik, die Beziehung zwischen Forschung und klinischer Medizin, die wirtschaftlichen Sachzwänge, die Qualitätsanforderungen und die Ressourcenverteilung an. Des Weiteren konzentriert sich der Bericht auf die Werte und Ziele der Medizin:

 

  1. Verbesserung einer eingeschränkten körperlichen Integrität sowie Förderung und – so weit möglich – Wiederherstellung der somatischen, psychischen und sozialen Funktionsfähigkeit
  2. Förderung des körperlichen und psychischen Wachstums und Unterstützung einer lebenslangen Entwicklung
  3. Linderung körperlicher und seelischer Schmerzen und Leiden
  4. Betreuung und Pflege kranker Menschen mit Einbezug des Umfelds
  5. Rettung und Erhaltung von Leben
  6. Erhaltung der Gesundheit, einschliesslich der Krankheits- und Unfallprävention, und Optimierung der Lebens- und Umweltbedingungen

 

Abschliessend befasst sich der Bericht mit den Aufgaben, die die Medizingemeinschaft in Zukunft zu erfüllen hat.

 

Weitere Publikationen zur «Zukunft der Medizin»

Drei der im Bericht von 2004 als essenziell bezeichneten Bereiche wurden im Rahmen von Kolloquien vertieft und zum Gegenstand eines Positionspapiers.

KONTAKT

lic. phil. Valérie Clerc
Generalsekretärin