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Akademien der Wissenschaften Schweiz äussern sich skeptisch zum Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier
man erhofft sich davon eine Verbesserung der Abläufe und eine Vernetzung aller Beteiligten, d.h. von Patienten, Ärzten und weiteren Gesundheitsfachleuten. Die Strategie sieht auch die Ausarbeitung rechtlicher Grundlagen für die Einführung, Verbreitung und Weiterentwicklung eines elektronischen Patientendossiers vor. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz äussern sich allerdings skeptisch zum Entwurf eines entsprechenden Gesetzes, den der Bundesrat im September 2011 veröffentlicht hat.
Medical Board fordert Zurückhaltung bei der Operation von osteoporotischen Wirbelkörperbrüchen
Wirbelkörperbrüche infolge von Osteoporose (Knochenschwund) lassen sich mittels Zementinjektionen (Vertebroplastie oder Kyphoplastie) stabilisieren. Die mittelfristige Zusatzwirkung der Zementinjektion gegenüber konservativer Behandlung ist jedoch fraglich. Das Swiss Medical Board empfiehlt zudem mittels prospektiver Studien genauer abzuklären, bei welchen Patienten der operative Eingriff wirksam ist.
Versorgungsforschung im Gesundheitswesen:
Bangerter-Stiftung und SAMW lancieren Förderprogramm
Die Versorgungsforschung bildet die Brücke zwischen biomedizinischer und klinischer Forschung einerseits und medizinischen Interventionen unter Alltagsbedingungen andererseits; ihr Forschungsgegenstand ist gewissermassen die «letzte Meile» zum Patienten. Die Versorgungsforschung gewinnt international zunehmend an Bedeutung. Mit ihrem Förderprogramm möchten die Bangerter-Stiftung und die SAMW dazu beitragen, dass dieser Forschungszweig auch in der Schweiz etabliert und ausgebaut wird.
Für die Periode 2012-2016 stellt die Bangerter-Stiftung zu diesem Zweck 1 Million CHF pro Jahr zur Verfügung.
Medienmitteilung PDF
Umsetzung der Empfehlungen des Swiss Medical Board führt zur Auslösung eines Umstrittenheitsverfahrens
Erstmals hat die Trägerschaft des Swiss Medical Board vor kurzem beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Auslösung eines Umstrittenheitsverfahrens beantragt. Konkret soll die katheter-basierte Behandlung der schweren Mitralklappeninsuffizienz künftig nur noch unter bestimmten Bedingungen durch die Grundversicherung vergütet werden.
SAMWbulletin 4/11 erschienen
Weitere Themen:
Rückblick auf 25 Jahre RRMA-Kommission; Förderprogramm «Versorgungsforschung im Gesundheitswesen»; Qualitäts-Empfehlungen: Folienset; SAMW-Stellungnahmen zu TxG- und
MedBG-Revision; Neuauflage des Leitfadens «Genetik»; Prix Média 2011 für Simone Rau; Die Akademien lancieren das Projekt «Nachhaltiges Gesundheitssystem»; Empfehlungen «Strukturen zur ethischen Unterstützung in der Medizin»; Neue Ehren- und Einzelmitglieder.
Empfehlungen «Strukturen zur ethischen Unterstützungen in der Medizin»: Vernehmlassung eröffnet
Ethikstrukturen sind jedoch nur dann hilfreich, wenn sie ihre Aufgaben adäquat erfüllen können. Aus diesem Grund hat die Zentrale Ethikkommission im Anfang 2009 eine Subkommission beauftragt, Empfehlungen zur Qualität und Nachhaltigkeit der klinisch-ethischen Entscheidungsfindung auszuarbeiten. Ein Entwurf solcher Empfehlungen liegt nun vor. Die von Prof. Samia Hurst aus Genf geleitete Subkommission äussert sich darin zu den Zielen und Aufgaben von Ethikstrukturen, zu den Grundvoraussetzungen für deren Etablierung und zur Qualitätssicherung. In einem Anhang werden diverse Methoden der Ethikunterstützung kurz vorgestellt, Anforderungen an Ethikstrukturen für spezifische Bereiche beschrieben und Überlegungen zur Qualität formuliert.
Der Senat hat die Empfehlungen anlässlich seiner Sitzung vom 24. November 2011 zur Vernehmlassung verabschiedet; diese läuft bis Ende Februar 2012.
Bericht des Swiss Medical Board zum PSA-Screeningtest
Das Swiss Medical Board hat zum Ziel, diagnostische Verfahren und therapeutische Interventionen aus der Sicht der Medizin, der Ökonomie, der Ethik und des Rechts zu analysieren. Dabei geht es im Kern um die Beurteilung des Kosten-Wirksamkeits-Verhältnisses medizinischer Leistungen.
Rund 5‘700 Männer erkranken jährlich in der Schweiz an Prostatakrebs. Wird dieser rechtzeitig erkannt, erhöht dies die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Zur Früherkennung stützt man sich dabei unter anderem auf die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens im Blut („PSA-Test“). Das Swiss Medical Board hat nun untersucht, ob diese Methode eine zuverlässige Früherkennung bei symptomlosen, familiär nicht vorbelasteten Männern erlaubt. In seinem neuesten Bericht kommt das Swiss Medical Board zum Schluss, dass der PSA-Test in diesen Fällen nicht hilfreich ist und deshalb nicht angezeigt ist.
Bericht «Stellenwert des PSA-Wertes bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms»
Genetik im medizinischen Alltag: Neuauflage des Leitfadens für die Praxis
Auch wenn zehn Jahre nach der Sequenzierung des menschlichen Genoms die prognostizierte «Revolution in der Medizin» weitgehend ausgeblieben ist, wächst das Wissen in der medizinischen Genetik schneller, als es in der Praxis umgesetzt werden könnte. Neue diagnostische Möglichkeiten, Gentests aus dem Internet, aber auch eine Vielzahl genetischer Studienergebnisse stellen ÄrztInnen sowie PatientInnen vor viele neue Herausforderungen. Dies hat die SAMW veranlasst, 2004 einen Leitfaden «Genetische Untersuchungen im medizinischen Alltag» zu veröffentlichen.
Mehrere Autoren und ein erweitertes Redaktionsteam haben den Leitfaden in diesem Jahr umfassend überarbeitet und um diverse wichtige und aktuelle Themen, wie z.B. Epigenetik, Personalisierte Medizin, psychische Erkrankungen sowie Ethik, ergänzt. Die Broschüre möchte auch in Zukunft eine nützliche Informationsquelle und Hilfe bei der konkreten Auseinandersetzung mit medizinischen, ethischen, rechtlichen, und psychosozialen Fragen im Zusammenhang mit der modernen Genetik sein.
Der Leitfaden «Genetik im medizinischen Alltag» steht als gedruckte Broschüre oder als PDF zum Download zur Verfügung.
Wechsel in der Geschäftsführung der SCTO
Sie ist die Dachorganisation für klinische Forschung in der Schweiz; zu ihren Hauptaufgaben gehört die Koordination der sechs «Clinical Trial Units» an den Universitätsspitälern und am Kantonsspital St. Gallen. Die erste Geschäftsführerin der SCTO, Dr. Claudia Weiss, hat per Ende Oktober 2011 ihren Rückritt erklärt, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen. Dieser Führungswechsel fällt zusammen mit dem Übergang von der Aufbau- in die Konsolidierungsphase der SCTO.
Als neue Geschäftsführerin hat der SCTO-Vorstand Annette Magnin aus Winterthur gewählt. Die ausgebildete Apothekerin hat jahrelang in verantwortlicher Position bei einer Clinical Research Organisation gearbeitet; sie war zuständig für die Betreuung klinischer Studien und für die Ausbildung von Prüfärzten. Ausserdem ist sie in verschiedenen fachlichen und standespolitischen Gremien engagiert. Annette Magnin ist verheiratet und Mutter einer 11-jährigen Tochter. Sie tritt die neue Stelle am 1. Februar 2012 an. Bis dahin wird Dr. Katrin Crameri, Leiterin des Ressorts «Wissenschaft und Forschung» der SAMW, interimistisch als Geschäftsführerin der SCTO tätig sein.
Weitere Informationen zur SCTO sind abrufbar unter www.scto.ch
EASAC-Bericht «Impact of engineered nanomaterials on health»
Das Dokument des European Academies Science Advisory Council (EASAC) betont die Notwendigkeit gemeinsamer wissenschaftlicher und gesetzlicher Rahmenbedingungen, um möglichen Auswirkungen von Nanomaterialien auf die Gesundheit und die Umwelt zu begegnen. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Entwicklung neuer Generationen von Nanomaterialien die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschenden noch wichtiger werden lässt.
Bericht PDF
MedBG-Revision: Die SAMW reagiert skeptisch
Im Zentrum der geplanten Revision des Medizinalberufegesetzes stehen die bessere Verankerung der Grundversorgung sowie die Aufnahme der Komplementärmedizin bei der Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig soll der aktuelle Stand der Rechtsprechung bei der gegenseitigen Diplomanerkennung zwischen der Schweiz und der EU im Gesetz aufgenommen werden. Aus Sicht der SAMW kommt diese Revision frühzeitig und vermag nicht in allen Punkten zu überzeugen.
Stellungnahme PDF
Präimplantationsdiagnostik: Die Akademien sehen den Gesetzesentwurf auf dem richtigen Weg
Gegenüber dem ersten Entwurf im Jahr 2009 sind deutliche Verbesserungen feststellbar. Wichtig ist auch die geplante Änderung von Artikel 119 der Bundesverfassung; damit werden die notwendigen Rahmenbedingungen für die Einführung der PID in der Schweiz geschaffen.
Medienmitteilung PDF
Stellungnahme PDF
Die SAMW begrüsst die vorgeschlagene Teilrevision des Transplantationsgesetzes
Aufgrund von Interpretationsschwierigkeiten in der Praxis plant der Bundesrat bereits eine erste Revision des Gesetzes.
In ihrer Stellungnahme begrüsst die SAMW die vorgeschlagenen Änderungen vollumfänglich. Die vorgeschlagene Teilrevision berücksichtigt die Erfahrungen seit Inkraftsetzung des Transplantationsgesetzes und nimmt wichtige Anliegen aus der Praxis auf; sie trägt damit dazu bei, dass die Transplantation von Organen weiterhin eine erfolgreiche und fest etablierte Behandlungsmethode bleibt.
Stellungnahme PDF
Medienmitteilung PDF
Zukünftige Berufsbilder von ÄrztInnen und Pflegenden: Bericht 2007 und Kommentar 2011
Heraus kam ein Bericht, der einige Resonanz auslöste und Diskussionsgrundlage war rund um die Berufsidentitäten und ihre Veränderungen. Gemeinsam mit VertreterInnen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften wurde das Thema an einer 1-tägigen Veranstaltung im Sommer 2009 weiter verfolgt und vertieft.
Fast vier Jahre nach der Veröffentlichung des Berichtes kam die damalige Arbeitsgruppe zu einem Rückblick und Ausblick zusammen und prüfte, ob sie einen – und allenfalls welchen – Beitrag leisten kann bei der Umsetzung der damaligen Empfehlungen. Als eine der Massnahmen wurde beschlossen, den Bericht aus dem Jahre 2007 unverändert (quasi als «historisches Dokument») zu veröffentlichen und ihm einen aktuellen Kommentar anzufügen.
Bericht PDF
«Es gibt nur einen Tod»
In der Aargauer Zeitung vom 5. August 2011 erschien ein Artikel von D. Battaglia zum Thema «Wann ist man tot genug für die Organentnahme?»; darin waren einige Aussagen missverständlich. Im nachstehenden Kommentar werden deshalb die zentralen Revisionspunkte der Richtlinien noch einmal erläutert.
Kommentar PDF
Initiative "Ja zur Hausarztmedizin": SAMW-Stellungnahme zum Gegenvorschlag
Auch wenn die SAMW die Sorge der Hausärzte um eine gute medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung teilt, findet sie es grundsätzlich richtig, der Initiative einen Gegenvorschlag gegenüber zu stellen; in der vorliegenden Form vermag dieser jedoch nicht zu überzeugen.
Stellungnahme PDF
Organtransplantation: SAMW revidiert die Richtlinien zur Feststellung des Todes
Die aktuell gültigen Richtlinien «Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen» stammen aus dem Jahr 2005. Da sie im Zusammenhang mit dem 2007 in Kraft getretenen Transplantationsgesetz in der Praxis zu Interpretationsschwierigkeiten führten, hat die SAMW eine Subkommission unter Leitung von Prof. Jürg Steiger aus Basel mit deren Überarbeitung beauftragt.
MD-PhD-Programm: 12 neue Stipendien vergeben
Das MD-PhD-Programm ist ein Nachwuchsförderungsprogramm, welches 1992 auf Initiative der SAMW und des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gegründet wurde. Die SAMW vergibt jedes Jahr gemeinsam mit dem SNF und unter Mithilfe privater Stiftungen MD-PhD-Stipendien an forschungsinteressierte Ärztinnen und Ärzte für ein 3-jähriges Zweitstudium in den Bereichen Naturwissenschaft, Public Health, Epidemiologie und Ethik. Neben dem SNF, der einen Grossteil der Stipendien finanziert, und der SAMW sind folgende Stiftungen am MD-PhD-Programm beteiligt: Stiftung Prof. Dr. Max Cloëtta, Fondation Suisse de Recherche sur les Maladies Musculaires, Roche, Fondation Louis-Jeantet, Krebsforschung Schweiz und die Velux Stiftung.
Von insgesamt 21 BewerberInnen haben 2011 12 Personen ein Stipendium im Rahmen des Programms zugesprochen erhalten.
Zertifikate in der Medizin: SAMW veröffentlicht Empfehlungen
Häufig ist jedoch unklar, wofür diese Zertifikate stehen, auf welchen Grundlagen sie beruhen und welches ihre Gültigkeitsdauer ist. Diese Situation hat die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) bewogen, Empfehlungen zur «Zertifizierung im medizinischen Kontext» auszuarbeiten. Die Empfehlungen sind in der neuesten Ausgabe der Schweizerischen Ärztezeitung veröffentlicht und richten sich an Zertifizierungsstellen, Leistungserbringer, Versicherungen und Behörden. Den Patienten können sie helfen, sinnvolle von nutzlosen Zertifikaten zu unterscheiden.
Neue Patientenverfügung der FMH und der SAMW
Die FMH und die SAMW stellen eine Patientenverfügung zum Ausfüllen in zwei Varianten kostenlos zur Verfügung.
Prof. Peter Meier-Abt neuer Präsident der SAMW
Der neue Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften kommt aus Basel. An seiner Sitzung vom 24. Mai 2011 wählte der Senat der SAMW Prof. Peter Meier-Abt, Vizerektor der Universität Basel, zum neuen Präsidenten. Er wird damit Nachfolger von Prof. Peter Suter aus Genf, der dieses Amt sieben Jahre lang innehatte.
EASAC-Bericht zum Weltgesundheitstag 2011
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erinnert mit dem Weltgesundheitstag an ihre Gründung im Jahr 1948; sie legt dazu jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz fest.
Der European Academies Science Advisory Council (EASAC) hat zum diesjährigen Thema vor kurzem den Bericht «European public health and innovation policy for infectious disease: the view from EASAC» veröffentlicht.
Der EASAC ist ein Dachverband der wissenschaftlichen Akademien in Europa; ihm gehören auch die Akademien der Wissenschaften Schweiz an.
Der Bericht und die dazugehörige Medienmitteilung (beide auf Englisch) sind hier abrufbar:
Fakten und Argumente zur Präimplantationsdiagnostik
Der Bundesrat plant, im Frühsommer 2011 die Vorlage für eine Verfassungsrevision und einen zweiten Entwurf zur Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes zu veröffentlichen. Die SAMW hat im Hinblick darauf die aus ihrer Sicht relevanten Fakten und Argumente zum Thema Fortpflanzungsmedizin und Präimplantationsdiagnostik in einem Factsheet zusammengestellt; dieses wurde am 16. März der Parlamentarischen Gruppe «Gesundheit» vorgestellt.

