Qualität in der Medizin

Patientinnen und Patienten haben Anspruch auf eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung. Die notwendige Qualität zu definieren, zu messen und zu beurteilen, ist eine Herausforderung. Die SAMW engagiert sich in diesem Bereich mit der Ausarbeitung von Empfehlungen und mit der Mitwirkung im Swiss Medical Board.

Empfehlungen «Gesundheitsbezogene Register»

Register mit verlässlichen Daten werden im Gesundheitswesen immer wichtiger und mit den wachsenden Datenmengen auch zahlreicher. Um zur Qualitätssicherung beizutragen, hat die SAMW 2016 gemeinsam mit ANQ, FMH, H+ und unimedsuisse Empfehlungen für den Aufbau und den Betrieb von Gesundheitsregistern veröffentlicht.

 

Im Auftrag der Herausgeber-Institutionen prüfte eine zehnköpfige Expertengruppe der SAMW zehn Schweizer Register auf Herz und Nieren. Dabei orientierten sie sich an den 2016 publizierten Empfehlungen und setzten die zugehörige Checkliste ein. Der Test zeigte, dass die Empfehlungen in der Praxis gut anwendbar sind und sowohl Register-Betreibern wie auch Entscheidungsträgern als sinnvolles Instrument der Qualitätssteigerung dienen.

 

Die Testergebnisse ergaben vor allem in zwei Bereichen Anpassungsbedarf: bei den Mindestanforderungen an die Datenqualitätssicherung und an die Datennutzung. Darüber hinaus wurden mehrere Kriterien in der Checkliste geklärt und deren Gewichtung optimiert. Die aktualisierten Empfehlungen und die Checkliste sind nun in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch auf der ANQ-Website verfügbar.

 

ANQ-Website: Empfehlungen und Checkliste (September 2019, Version 2.0)

 

Empfehlungen «Zertifizierungen»

Ärztinnen und Ärzte, Spitäler und weitere Leistungserbringer im Gesundheitswesen sind gesetzlich verpflichtet, sich über die Qualität ihrer Leistungen auszuweisen. Als Reaktion darauf gibt es eine zunehmende Zahl von Zertifikaten und Qualitätslabels. Häufig ist jedoch unklar, wofür diese genau stehen, auf welchen Grundlagen sie beruhen und welches ihre Gültigkeitsdauer ist. Diese Situation hat die SAMW bewogen, 2011 Empfehlungen zur «Zertifizierung im medizinischen Kontext» zu veröffentlichen. Die Empfehlungen richten sich an Zertifizierungsstellen, Leistungserbringer, Versicherungen und Behörden. Patientinnen und Patienten können sie helfen, sinnvolle von nutzlosen Zertifikaten zu unterscheiden.

Swiss Medical Board

Das Swiss Medical Board ist ein von Verwaltung, Leistungserbringern und Industrie unabhängiges Gremium. Seine Aufgabe ist es, diagnostische Verfahren und therapeutische Interventionen aus der Sicht der Medizin, der Ökonomie, der Ethik und des Rechts zu analysieren. Die Gesundheitsdirektion Zürich hatte im Frühling 2008 das Pilotprojekt «Medical Board» gestartet. Im Herbst 2010 sagten die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) und die SAMW für eine Ko-Trägerschaft zu. Anfang Februar 2011 gründeten die beiden Institutionen gemeinsam mit der Konferenz der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) den Verein Trägerschaft Swiss Medical Board.

 

Website Swiss Medical Board

 

Empfehlungen «Qualitätsdaten»

Mit der Veröffentlichung von medizinischen Qualitätsdaten sollen Bürgerinnen und Bürger über die von den Leistungserbringern erzielte Qualität informiert werden. Die Messung und Erfassung der medizinischen Behandlungsqualität ist jedoch aufwändig, methodisch nicht einfach und fehleranfällig. Die Publikation falscher bzw. ungeeigneter Daten kann zu unnötiger Verunsicherung der Bevölkerung führen.

Angesichts des beginnenden Wettbewerbs um die «rascheste» und «umfassendste» Publikation von Qualitätsdaten hat die SAMW im Sommer 2009 die Empfehlungen «Erhebung, Analyse und Veröffentlichung von Daten über die medizinische Behandlungsqualität» veröffentlicht.

 

 

KONTAKT

lic. phil. Valérie Clerc
Generalsekretärin