Human Enhancement

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«Human Enhancement» umfasst medizinische Interventionen, die sich nicht auf die Therapie von Krankheit, sondern auf die Veränderung oder Verbesserung nicht-pathologischer Merkmale richten. Dabei gilt es zahlreiche ethische und gesellschaftliche Fragen zu beantworten. Das Thema war von 2008 bis 2012 ein Schwerpunkt der Akademien der Wissenschaften Schweiz.

Nachdem die SAMW 2007 eine Tagung zu «Human Enhancement» durchführte, an der eine Bandbreite an Themen vom Neuro-Enhancement bis zum Doping im Sport aufgezeigt wurde, haben die Akademien der Wissenschaften Schweiz das Thema 2008 als Schwerpunkt aufgenommen. Unter der Leitung von Prof. Nikola Biller-Andorno setzte sich eine Arbeitsgruppe in Koordination mit dem Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS) sowie der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK-CNE) mit der Thematik auseinander (2008 bis 2012). Der Fokus lag dabei auf dem Teilbereich des Neuroenhancement, der aufgrund seiner Aktualität und seiner Relevanz für die öffentliche Gesundheit ausgewählt wurde. Zudem hat sich die Arbeitsgruppe besonders der Rolle der Medizin zugewandt. Sie hat hierzu die Studie Die Bedeutung des Neuroenhancements für praktizierende Ärzte und Ärztinnen im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie sowie im Bereich der Hausarztmedizin in Auftrag gegeben.

 

Die Broschüre «Medizin für Gesunde? Analysen und Empfehlungen zum Umgang mit Human Enhancement» fasst die Resultate von erstmals für die Schweiz durchgeführten empirischen Untersuchungen zusammen und diskutiert zentrale Aspekte wie die Abgrenzung zwischen Therapie und Enhancement oder die Rolle der Ärzteschaft. Im letzten Kapitel finden sich die Empfehlungen der Arbeitsgruppe nach Abschluss ihrer vierjährigen Tätigkeit.

 

Der Bericht wendet sich zum einen an interessierte Fachkreise – insbesondere Ärzteschaft, Pflege sowie mit der Thematik befasste Geistes- und Sozialwissenschaftler –, aber darüber hinaus auch an die breitere Öffentlichkeit. «Human Enhancement» stellt ein faszinierendes Prisma dar, durch das sich ebenso aktuelle wie relevante Fragen bezüglich sozialer Gerechtigkeit, der Autonomie des Einzelnen und der Rolle der Medizin reflektieren lassen. Ziel ist dabei eine gehaltvolle und facettenreiche gesellschaftliche Diskussion, die es erlaubt, gemeinsam über gesellschaftliche Entwicklungen und Prioritäten nachzudenken.