Zusammenarbeit Ärzteschaft und Industrie

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Interessenkonflikte schaffen ein Risiko dafür, dass professionelles Urteilsvermögen oder Handeln durch ein sekundäres Interesse unangemessen beeinflusst wird. In der Medizin kann dies bei Zuwendungen aus der Pharma- und Medtech-Industrie an Gesundheitsfachpersonen der Fall sein. Die SAMW hat deshalb 2012 die medizin-ethischen Richtlinien «Zusammenarbeit Ärzteschaft – Industrie» veröffentlicht. Diese werden aktualisiert.

Zuwendungen von pharmazeutischen Unternehmen oder von Herstellern von Medizinprodukten schaffen Anreiz, ein Medikament oder ein Gerät einzusetzen, das sonst nicht verschrieben bzw. verwendet worden wäre. Materielle Interessenkonflikte können auch entstehen, wenn Pharmafirmen Fortbildungsveranstaltungen oder wissenschaftliche Studien finanzieren. Bereits 2002 hat die SAMW Empfehlungen zur «Zusammenarbeit Ärzteschaft – Industrie» in den Bereichen klinische Forschung, Aus-, Weiter- und Fortbildung und Annahme von Geld- oder Naturalleistungen veröffentlicht.

 

Die Empfehlungen beschreiben den adäquaten Umgang mit Interessenkonflikten und enthalten Leitlinien zu deren Reduzierung. 2005 erfolgte eine Teilrevision; aus den Empfehlungen wurden medizin-ethische Richtlinien. Ende 2012 wurden die Richtlinien wiederum überarbeitet und mit dem Kapitel «Expertentätigkeit» ergänzt.

 

Diverse Entwicklungen seit der Revision von 2012 erfordern heute eine umfassende Überarbeitung der Richtlinien. Es handelt sich um Anpassungen an die neuen Vorschriften im Umgang mit Heilmitteln in der Verordnung über Integrität und Transparenz (VITH), an internationale Empfehlungen und aktuelle Kodizes der Industrie. Auch der Geltungsbereich der Richtlinien soll erweitert werden. Diese richten sich nicht mehr ausschliesslich an Ärztinnen und Ärzte, sondern an weitere medizinische Fachpersonen, namentlich auch an die Pflege. Vertiefter als bisher sollen der Medizinaltechnikbereich und die Ausarbeitung von fachlichen Guidelines behandelt werden. Die Zentrale Ethikkommission (ZEK) der hat eine breit abgestützte Subkommission für die Revision der Richtlinien eingesetzt.

 

Zusammensetzung der Subkommission

Prof. Dr. med. Daniel Scheidegger, Arlesheim, Vizepräsident SAMW (Vorsitz)

Dr. med. Werner Bauer, Küsnacht, Ärztliche Fort- und Weiterbildung (SIWF)

Jörg Baumann, Bern, Swiss MedTech

Prof. Dr. med. Thierry Buclin, Lausanne, klinische Pharmakologie

Prof. Dr. med. Sophie de Seigneux, Genève, Nephrologie

Prof. Dr. med. Michele Genoni, Zürich, Chirurgie

lic. iur. RA Jürg Granwehr, Zürich, scienceindustries

Susanne Hochuli, Solothurn, SPO Patientenschutz

Dr. med. Christian Rohrmann, Oensingen, Hausarztmedizin

lic. iur. Michelle Salathé, MAE, Bern, SAMW, Recht

Dr. phil. David Shaw, Basel, Ethik

lic. iur. Stéphanie Studer Scherl, Genève, Recht

Prof. Dr. pharm. Ursula von Mandach, Zürich, Perinatale Pharmakologie, SAPP und SAPhW

Yvonne Willems Cavalli, MsC, Bellinzona, Pflegepersonal (SBK)

 

 

 

KONTAKT

lic. iur. Michelle Salathé
Leitung Ressort Ethik