Transplantation

Die Organtransplantation ist eine etablierte und Erfolg versprechende Therapieform. Für Betroffene, Angehörige und das Behandlungsteam bedeutet sie jedoch eine grosse Belastung; es sind zahlreiche rechtliche und ethische Aspekte zu beachten.

Bei der Transplantation von Organen von Verstorbenen ist es aus ethischer und rechtlicher Perspektive zwingend, den Tod auf zuverlässige und sichere Weise zu diagnostizieren, dem Willen der verstorbenen Person Rechnung zu tragen und die Angehörigen in dieser schwierigen Phase zu unterstützen. Auch bei der Lebendorganspende stellen sich vielfältige ethische Fragen. Von der SAMW herausgegebene Richtlinien erläutern die medizin-ethischen Aspekte im Detail und bieten damit Orientierung für Ärztinnen, Ärzte und Behandlungsteams.

 

 

Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantation

Seit dem 1. Juli 2007 regelt das Bundesgesetz über die Transplantation von Organen, Geweben und Zellen (TxG) die rechtlichen Voraussetzungen für Organtransplantationen. In der Frage des Todeskriteriums stützt sich das Gesetz auf die neurologische Definition des Todes, wonach der Mensch tot ist, wenn sämtliche Funktionen seines Hirns, einschliesslich des Hirnstamms, irreversibel ausgefallen sind.

 

Zur Feststellung des Todes verweist die Verordnung zum TxG auf die entsprechenden Richtlinien der SAMW. Damit unterstellt der Gesetzgeber nicht die Definition des Todes, jedoch die Bestimmungen, wie dieser lege artis festzustellen ist, dem Stand der Medizinischen Wissenschaften.

 

Richtlinien: Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantation (2011)

 

Verfügbar ab dem 15. November 2017:

Feststellung des Todes im Hinblick auf Organtransplantationen und Vorbereitung der Organentnahme (2017)

 

 

 

Lebendorganspende

Aufgrund stagnierender Spenderzahlen bei Todesfällen und verbesserten Erfolgsaussichten hat die Lebendorganspende von soliden Organen an Bedeutung gewonnen. Aus ethischer Sicht sind bei der Lebendorganspende drei medizinethische Prinzipien zu berücksichtigen: das Fürsorgegebot, das Nichtschadensgebot und die Respektierung des Patientenwillens.

 

Lebendspende von soliden Organen (2008)

 

Diese Richtlinien werden per 2018 an das revidierte Transplantationsgesetz angepasst, wobei auch die Erfahrungen von Klinikern und deren Bedarf nach Verbesserungen einbezogen werden. Zudem wird das Kapitel 6 zu den psychosozialen Abklärungen überarbeitet, gestützt auf die neuesten Forschungsergebnisse (insbesondere die Multizenterstudie «Psychosocial Evaluation in Potential Living Kidney Donors in Switzerland»).

 

KONTAKT

lic. iur. Michelle Salathé
Leitung Ressort Ethik