Interprofessionalität

Mit den zunehmend komplexen Behandlungen wird die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen immer mehr zum Erfolgsfaktor in der Gesundheitsversorgung. Zu diesem Schluss kam der Bericht zu zukünftigen Berufsbildern in der ambulanten und klinischen Praxis, den die SAMW 2011 veröffentlichte. Eine der Empfehlungen dieses Berichts betraf die Ausarbeitung einer «Charta» zur Zusammenarbeit der Gesundheitsfachleute.

Die Charta «Zusammenarbeit der Fachleute im Gesundheitswesen» wurde im November 2014 veröffentlicht. Sie soll als Grundlage dienen für die interprofessionelle Zusammenarbeit und richtet sich an die in der Gesundheitsversorgung aktiven Fachleute, Berufsverbände und Institutionen. Die Charta nennt einleitend «Prinzipien», formuliert «Kernelemente und Verpflichtungen» und bezeichnet in einem zusätzlichen Kapitel geeignete Umsetzungsmassnahmen.

 

Angesichts des Mangels an Gesundheitsfachleuten und der zunehmend anspruchsvollen Behandlungen gewinnt die Arbeit im Team an Bedeutung; die Aufgabenverteilung im Gesundheitssystem orientiert sich deshalb künftig weniger an hierarchischen, ständisch definierten oder mit einem formellen Titel verbundenen Kriterien, sondern daran, wer über die notwendigen Kompetenzen verfügt. Die Charta soll eine Basis sein für den anzustrebenden Kulturwandel. Gleichzeitig soll sie die zahlreichen Initiativen im Gesundheitswesen, die auf eine Zusammenarbeit der Gesundheitsfachleute angewiesen sind (u.a. Strategie Palliative Care, Strategie Demenz, Strategie gegen Krebs) unterstützen.

 

Die SAMW begleitet die Umsetzung der Charta mit verschiedenen Massnahmen:

  • Im Sommer 2015 gab sie ein juristisches Gutachten in Auftrag, um die Reichweite der ärztlichen Verantwortung zu klären.
  • Im Frühjahr organisierte sie in Zürich und Morges zweitägige Workshops zum Thema «Wie gelingt Interprofessionalität?»
  • Im Herbst 2016 schrieb sie erstmals den SAMW-Award «Interprofessionalität» aus
  • Im Dezember 2016 organisierte sie das Symposium «Interprofessionalität im Gesundheitswesen: bis hierher - und wie weiter?»
  • 2017 erfolgt die zweite Ausschreibung des SAMW-Awards
  • Im November 2017 ist das nächste Symposium zur Interprofessionalität im Gesundheitswesen geplant

 

Förderprogramm «Interprofessionalität» des Bundes

Im Februar 2016 veröffentlichte der Bundesrat ein Dokument, das die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und weiteren Gesundheitsberufen zum Thema hat. Es enthält wichtige Leitplanken im Hinblick auf eine höhere Zahl von Ausbildungsplätzen und stellt auch die notwendigen finanziellen Mittel in Aussicht. Die Politik nimmt damit die wesentlichen Forderungen auf, die aus Sicht der SAMW für die Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems in der Schweiz unabdingbar sind.

 

Förderprogramm «Interprofessionalität im Gesundheitswesen»

KONTAKT

Dr. Hermann Amstad
Generalsekretär