Transplantation

Die Organtransplantation ist eine etablierte und Erfolg versprechende Therapieform, die für Betroffene, Angehörige und das Behandlungsteam jedoch eine grosse Belastung bedeutet. Es sind zahlreiche rechtliche und ethische Aspekte zu beachten.

Bei der Transplantation von Organen von Verstorbenen ist es aus ethischer und rechtlicher Perspektive zwingend, den Tod auf zuverlässige und sichere Weise zu diagnostizieren, dem Willen der verstorbenen Person Rechnung zu tragen und die Angehörigen in dieser schwierigen Phase zu unterstützen. Auch bei der Lebendorganspende stellen sich vielfältige ethische Fragen. Von der SAMW herausgegebene Richtlinien erläutern die medizin-ethischen Aspekte im Detail und bieten damit Orientierung für Ärztinnen, Ärzte und Behandlungsteams.

 

 

Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantation

Seit 2007 sind die rechtlichen Voraussetzungen für Organtransplantationen im Bundesgesetz über die Transplantation von Organen, Geweben und Zellen (TxG) festgehalten. Zur Feststellung des Todes verweist die Verordnung zum Gesetz auf die folgenden SAMW-Richtlinien:

 

Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantation (2011)

 

Diese Richtlinien werden revidiert. Der Entwurf war vom 1. Dezember 2016 bis 28. Februar 2017 in der Vernehmlassung. Hier finden Sie Informationen zum Stand der Arbeiten.

 

 

Lebendorganspende

Aufgrund stagnierender Spenderzahlen bei Todesfällen und verbesserten Erfolgsaussichten hat die Lebendorganspende von soliden Organen an Bedeutung gewonnen. Aus ethischer Sicht sind bei der Lebendorganspende drei medizinethische Prinzipien zu berücksichtigen: das Fürsorgegebot, das Nichtschadensgebot und die Respektierung des Patientenwillens.

 

Lebendspende von soliden Organen (2008)

 

Diese Richtlinien werden per Ende 2016 an das revidierte Transplantationsgesetz angepasst, wobei auch die Erfahrungen von Klinikern und deren Bedarf nach Verbesserungen einbezogen werden. Zudem wird das Kapitel 6 zu den psychosozialen Abklärungen überarbeitet, gestützt auf die neuesten Forschungsergebnisse (insbesondere die Multizenterstudie «Psychosocial Evaluation in Potential Living Kidney Donors in Switzerland»).

 

KONTAKT

lic. iur. Michelle Salathé
Leitung Ressort Ethik