Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Frau 
lic. iur. Michelle Salathé,
MAE, Ressort Ethik,
Tel. 031 306 92 77


Entscheidungen am Lebensende

Die SAMW setzt sich seit Jahrzehnten intensiv mit den Fragen rund ums Lebensende und mit Fragen der Sterbehilfe und -begleitung auseinander. 1976 hat sie zu diesem Themenbereich erstmals medizin-ethische Richtlinien veröffentlicht, welche regelmässig überarbeitet wurden und die Standards für das medizinische Handeln in diesem Bereich setzen. Bis zu einer Neufassung im Jahr 2004 vertrat die SAMW die Position, dass Beihilfe zum Suizid kein Teil der ärztlichen Tätigkeit» sei.
 

Studie «Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe»

 
Im Januar 2012 veröffentlichte die Zentrale Ethikkommission der SAMW in der Schweizerischen Ärztezeitung das Positionspapier «Probleme bei der Durchführung ärztlicher Suizidhilfe». Dieses hat in der Folge zu einer lebhaften Debatte über die Rolle von Ärztinnen und Ärzten geführt.
Vor dem Hintergrund der teilweise heftigen Reaktionen, die zeigen, wie gespalten die Ärzteschaft in dieser Frage weiterhin ist, hat die SAMW im März 2013 eine Studie ausgeschrieben, um die Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe zu untersuchen. Unter den zehn eingereichten Offerten ging der Zuschlag nach einem externen Review-Verfahren mit ausländischen Expertinnen und Experten an die Projektpartner Brauer & Strub, Zürich und Büro Vatter AG. Folgende Themenbereiche wurden in der Studie vertieft untersucht:
  1. Einstellungen der Ärztinnen und Ärzte zur Suizidhilfe grundsätzlich und in Bezug auf bestimmte Patientengruppen
  2. Einstellungen zur ethisch angemessenen Rolle der Ärzteschaft im Bereich der Suizidhilfe
  3. Die Bereitschaft von Ärztinnen und Ärzten zur Mitwirkung bei einem assistierten Suizid
  4. Die Erfahrungen von Ärztinnen und Ärzten mit Suizidhilfe
  5. Regelungen und mögliche Folgen einer Ausweitung ärztlicher Suizidhilfe
Die Studie wurde am 19. November 2014 veröffentlicht. Die Ergebnisse werden in die Überarbeitung der medizin-ethischen Richtlinien «Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebensende» einfliessen. Die Revision einer Richtlinie dauert in der Regel drei bis vier Jahre. Ein Entwurf der revidierten Richtlinien soll veröffentlicht und breit diskutiert werden.

Artikel «Swiss physicians' attitudes to assisted suicide», Swiss Medical Weekly 21 May 2015 PDF

Studie «Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe» (Schlussbericht) PDF

SAMW-Studie «Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe»: Zusammenfassung der Ergebnisse und Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission« PDF

Medienmitteilung PDF

Richtlinien der SAMW

 

Artikelserie in der Schweizerischen Ärztezeitung 2012


Andere relevante Dokumente:


Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) Beiträge von Regina Aebi-Müller, André Fringer, Hans Neuenschwander und Rouven Porz (Folia Bioethica 39, 2015) PDF (1 MB)

Howald Fosco | [tm]